Hocheffizienzpumpe richtig einstellen
Eine Hocheffizienzpumpe spart erst dann Energie, wenn die Regelungsart zur Anlage passt und die Kennlinie richtig gesetzt ist. Proportionaldruck, Konstantdruck oder Konstantdrehzahl – dieser Beitrag zeigt, welche Betriebsart zu welchem Heizungs-, Klima- oder Trinkwasserkreis gehört, wie Sie die Stufe wählen und woran Sie eine zu hoch eingestellte Pumpe erkennen.

Die Regelungsart entscheidet, nicht die Effizienzklasse
Eine geregelte Umwälzpumpe passt ihre Drehzahl laufend an den Wärmebedarf an. Wie sie das tut, legt die Regelungsart fest. Sie ist der Parameter mit dem grössten Einfluss auf den Stromverbrauch – und der einzige, der sich nach der Montage noch ändern lässt, ohne die Hydraulik anzurühren.
Die Biral Umwälzpumpen für Heizung, Klima und Trinkwarmwasser bieten dieselben drei Grundregelungsarten: Proportionaldruck (pp), Konstantdruck (cp) und Konstantdrehzahl (cs). Bei der ModulA T2 lässt sich jede der drei Arten in zehn Stufen feinjustieren, bei der PrimAX RED T2 in vier Stufen über das Bedienfeld. Bei der VivarA wählen Sie die Regelungsart per Tastendruck; der Sollwert erscheint auf LED-Leuchtfeldern.
Proportionaldruck (pp) – in der Branche auch Δp-v genannt
Bei Proportionaldruck sinkt die Sollförderhöhe mit dem Volumenstrom. Schliessen die Thermostatventile, fährt die Pumpe den Druck zurück. Das passt zu Anlagen, in denen ein grosser Teil des Druckverlusts im Verteilnetz anfällt: klassische Zweirohr-Radiatorenheizungen mit langen Strängen.
Konstantdruck (cp) – in der Branche auch Δp-c genannt
Bei Konstantdruck hält die Pumpe die eingestellte Förderhöhe über den ganzen Volumenstrombereich. Das ist die richtige Wahl, wenn der Druckverlust überwiegend nahe bei der Pumpe entsteht und die Stränge kurz sind – also bei Fussbodenheizungen und bei Einrohr-Radiatorenheizungen.
Konstantdrehzahl (cs)
Bei Konstantdrehzahl läuft die Pumpe mit fester Drehzahl, unabhängig vom Differenzdruck im Netz. Das ist überall dort richtig, wo der Volumenstrom konstant bleiben soll: in Kesselkreisen, in Speicherladesystemen und in Trinkwassernetzen.
Was eine falsch gesetzte Kennlinie kostet
Zu hoch eingestellt heisst: Die Pumpe drückt mehr Förderhöhe ins Netz, als die Anlage braucht. Drei Folgen zeigen sich fast immer.
Höhere Leistungsaufnahme: Die Pumpe arbeitet dauerhaft über dem nötigen Betriebspunkt, ohne dass dafür ein Raum wärmer wird.
Strömungsgeräusche: An Thermostatventilen und Verteilern wird der Überdruck hörbar, vor allem im Teillastbetrieb.
Unruhige Regelung: Die Ventile arbeiten gegen einen zu hohen Differenzdruck und verlieren an Autorität.
Zu tief eingestellt fällt zuerst am entferntesten Verbraucher auf: Der Heizkörper am Strangende wird nicht mehr warm, während die Räume nahe der Zentrale versorgt sind. Die Korrektur ist in beiden Fällen dieselbe – eine Stufe nach oben oder unten, und den Betriebspunkt anschliessend kontrollieren.
Einstellung kontrollieren statt schätzen
Die PrimAX RED T2 zeigt Volumenstrom und Leistungsaufnahme direkt auf dem Display. Über die Bluetooth-Schnittstelle und die Biral ONE App erreichen Sie bei ModulA T2 und VivarA zusätzlich ein Live-Cockpit mit den aktuellen Betriebsdaten, einen geführten Inbetriebnahmeprozess sowie Warn- und Alarmmeldungen. Betriebsprotokolle lassen sich aus der App auslesen und versenden – praktisch, um eine Einstellung nach dem Heizperiodenwechsel zu belegen.
Schnellzuordnung
Regelungsart nach Anlagentyp
Die Zuordnung gilt für die Biral Baureihen PrimAX, ModulA und VivarA. Massgebend ist immer, wo im Kreis der Druckverlust anfällt.
Zweirohr-Radiatorenheizung
Proportionaldruck (pp). Der Druckverlust liegt zu einem grossen Teil in den langen Strängen – die Sollförderhöhe darf mit dem Volumenstrom sinken.
Fussbodenheizung
Konstantdruck (cp). Kurze Wege und ein Druckverlust, der überwiegend nahe bei der Pumpe anfällt.
Einrohr-Radiatorenheizung
Konstantdruck (cp). Der Volumenstrom im Ring bleibt weitgehend gleich, der Differenzdruck soll gehalten werden.
Kesselkreis
Konstantdrehzahl (cs). Der Kreis braucht einen konstanten Volumenstrom, unabhängig vom Verteilnetz.
Speicherladekreis
Konstantdrehzahl (cs). Geladen wird mit definiertem Volumenstrom; eine Druckregelung bringt hier keinen Vorteil.
Trinkwarmwasser-Zirkulation
Konstantdrehzahl (cs), mit der Bronze-Ausführung ModulA BLUE. Sie ist für häusliche Trinkwarmwassersysteme zertifiziert; die Medientemperatur beträgt maximal +85 °C, empfohlen wird ein Betrieb unter +65 °C, um Kalkausfällungen zu vermeiden.
Klima- und Kaltwasserkreis
GREEN-Ausführung wählen, Regelungsart nach dem Verteilnetz. Die ModulA GREEN ist für Klimaanlagen, Kühlsysteme und geothermische Wärmepumpen ausgelegt.
Fazit
Die Regelungsart folgt der Hydraulik, nicht der Gewohnheit: Proportionaldruck, wo der Druckverlust im Netz liegt, Konstantdruck bei kurzen Wegen, Konstantdrehzahl überall dort, wo der Volumenstrom konstant bleiben soll. Setzen Sie die Stufe bei der Inbetriebnahme bewusst, kontrollieren Sie den Betriebspunkt am Display oder in der Biral ONE App und korrigieren Sie nach der ersten Heizperiode. Wo der Fall nicht eindeutig ist, schaut die Beratung von Biral mit Ihnen darauf.
Häufige Fragen
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