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Salzwasser & Kondensat fördern: die Technik

Warum salzhaltiges und chemisch belastetes Schmutzwasser besondere Werkstoffe verlangt – und wie die Pumpenauswahl gegen Korrosion gelingt.

Biral Willy Pumpe im Detail

Chemisch belastetes Schmutzwasser sicher fördern

Salzhaltiges oder chemisch belastetes Schmutzwasser bringt Standardpumpen zuverlässig an ihre Grenzen. Die Folgen sind Lochfrass, Spaltkorrosion und vorzeitiger Verschleiss – oft erst nach Monaten sichtbar, dann aber als Totalausfall. Das Problem ist weniger die Pumpenhydraulik als die Werkstoffpaarung.

Wo chemisch belastetes Wasser anfällt

Drei Quellen dominieren in Haus- und Gebäudetechnik:

  • Enthärtungsanlagen: Beim Regenerieren des Ionentauschers fällt salzhaltiges Spülwasser (Natriumchlorid) an. Der Salzgehalt kann deutlich höher liegen als in vielen Industrieprozessen.

  • Brennwert-Kondensat: Das Kondensat von Brennwertgeräten ist sauer. Beim Auskondensieren der Abgase bilden sich gelöste Säuren, die den pH-Wert in den deutlich sauren Bereich drücken.

  • Gewerbliche Prozesse: Reinigungs- und Behandlungsprozesse erzeugen Medien mit wechselnder chemischer Zusammensetzung.

Warum Chloride und niedriger pH-Wert Standardwerkstoffe angreifen

Chloride durchbrechen die Passivschicht von Standard-Edelstahl punktuell und lösen Lochfrass aus – ein lokaler, schwer erkennbarer Korrosionsmechanismus, der die Bauteilwand durchdringt. Ein niedriger pH-Wert beschleunigt den flächigen Angriff zusätzlich. Eine gewöhnliche Schmutzwasserpumpe aus Grauguss oder Standard-Edelstahl ist diesen Bedingungen dauerhaft nicht gewachsen.

Der werkstoffseitige Ansatz

Die Antwort liegt in der Werkstoffkombination. Bei der Willy 1003 CS besteht das offene Mehrkanalrad aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der chemisch weitgehend inert ist; Motorwelle und Motorgehäuse bestehen aus hochbeständigem Edelstahl. Damit fördert die Pumpe chemisch belastetes Schmutzwasser bis zu einem Salzanteil von 15 % – also auch das vergleichsweise stark salzhaltige Regenerationswasser von Enthärtungsanlagen. Feststoffe bis 20 mm sind dabei unproblematisch.

Technisch gemacht ist die Pumpe für den punktuellen, oft mobilen Einsatz: ein direkt angebauter Schwimmer (ohne Kabel) steuert den Betrieb, ein abnehmbares Saugsieb ermöglicht zusammen mit der Schwimmerarretierung das Flachabsaugen von Restwasser bis 5 mm, und eine automatische Entlüftung sichert das Anlaufen. Die maximale Mediumstemperatur liegt bei 35 °C, die Förderhöhe bei rund 10,5 m.

Willy Produktbild

Grenzen und Abgrenzung

Wichtig ist die Abgrenzung gegen zwei benachbarte Anwendungen. Für Fäkalien, langfaserige Bestandteile, brennbare oder explosive Medien, stark fetthaltiges Wasser sowie für den Einsatz im explosionsgefährdeten Bereich (ATEX) ist diese Bauart nicht vorgesehen. Und sie ist nicht identisch mit einer Edelstahlpumpe für aggressive Industriemedien: Edelstahlpumpen aus 1.4436 sind chemisch breit beständig, vertragen aber je nach Temperatur nur 1 bis 3,5 % Salzanteil – das stark salzhaltige Wasser aus Enthärtungsanlagen bleibt damit die Domäne der Kunststoffpumpe.

Salzanteil

bis 15 %

Feststoffe (Kugeldurchgang)

20 mm

Max. Förderhöhe

10,5 m

Werkstoffe

Laufrad aus glasfaserverstärktem Kunststoff, Welle und Motorgehäuse aus hochbeständigem Edelstahl

Fazit

Bei salzhaltigem oder saurem Schmutzwasser entscheidet die Werkstoffpaarung über die Lebensdauer. Wo Standardpumpen korrodieren, hält eine Kombination aus chemisch inertem Kunststoff und hochbeständigem Edelstahl dem Angriff stand. Massgebend für die konkrete Auswahl bleiben Salzgehalt, pH-Wert und Mediumstemperatur.

Häufige Fragen

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